Historie

Die folgende Chronik basiert auf einem Auszug aus der Festschrift aus dem Jahr 1995, verfasst anläßlich des 50 jährigen Jubiläums, des GSV Gundernhausen. Der Inhalt, die Sparte Tischtennis betreffend, basiert auf Aufzeichnungen und Bildmaterial von Peter Wöllert, das Willi Horneff als Autor der Festschrift ergänzt und zusammengefasst hat.

Der Deutsche Tischtennisbund wurde 1925 gegründet. In Gundernhausen spielte man erst nach dem Krieg Tischtennis. Der Tischtenniskreis Dieburg wurde am 23.6.1956 in Reinheim konstituiert. 11 Vereine nahmen an der Gründungsversammlung mit insgesamt 40 Delegierten teil. In Gundernhausen begann der Tischtennissport in den Hinterhöfen der „Alt Gass“. Das war Anfang der Fünfziger Jahre. Zuerst spielte man auf einfachen Holzspanplatten von Steinbrechers aus der Schulstraße. Diese entsprachen zwar nicht den oben genannten Anforderungen, dies tat den „Klepperern“ aber keinen Abbruch.

Die unterschiedlichen Grüppchen spielten, nachdem sich die Leistung etwas gesteigert hatte, im Nebengebäude der Fernfahrer Rast, in der Krone, im Sälchen und bei der Fa. Stetter. Das ging eine Weile ganz gut, die ersten Spiele „Ewwerdorf“ – „Innerdorf“ fanden an den Platten statt. Doch bald war man sich einig, dass in einer Mannschaft gegen auswärtige Gegner das Spiel noch mehr Spaß machen würde. Als geeignete Plattform für eine Meldung beim Hessischen Tischtennisverband wurde der GSV auserkoren. Das Anmeldeschreiben datiert vom 16. August 1959, es ist unterschrieben mit Spartenleiter i.A. Franz Langer. Der Vorstand des GSV nahm die neue Sparte mit Beschluß vom 2.9.1959 auf. Den Antrag stellte Jakob Appel. Erster Spartenleiter war Hans Schumann. Die ersten Tischtennisplatten bauten sich die Spieler selber zusammen. Der Saalbau Kipp, das Spiellokal, hatte zwei Sägemehlöfen. Diese waren von den Spielern vorher kräftig zu bedienen und an zu heizen, damit beim Spiel im Winter einigermaßen warme Temperaturen herrschten. Angemerkt sei an dieser Stelle, dass die Winter damals kälter waren und länger anhielten als die letzten Jahrzehnte. Trainiert wurde dienstags, donnerstags und sonntagvormittags.

Das erste Freundschaftsspiel fand am 29. VII 1959 gegen Groß Zimmern unter Wettbewerbsbedingungen statt. Die Spieler Peter Wöllert, Franz Langer, Hans Schumann, Erich Steinberger, Kurt Kiffe und Rudolf Englert mussten sich mit 23 : 14 Sätzen und 11 : 5 Punkten geschlagen geben.

Zu ersten Verbandsrundenspielen meldete die Sparte folgende Spieler an: Peter Wöllert, Franz Langer, Horst Gareis, Hans Schumann (Spielführer), Erich Steinberger, Rudolf Englert, Kurt Kiffe, Manfred Amann, Erich Kojov und Werner Amann.

Insgesamt 18 Vereine kämpften im Kreis Dieburg um Bälle und Punkte. In der Kreisklasse B spielte unsere Mannschaft mit weiteren 10 Teams. Das erste Spiel war für den 6.9.1959 (Kerbsonntag) angesetzt. Gegner war die Mannschaft Reinheim II. Das Spiel wurde verlegt und fand am 27.9. statt. Es wurde mit 9 : 1 gewonnen ( 18 : 3 Sätze ). Das erste Verbandspiel fand gegen Wersau am 15. September statt. Es ging 1 : 9 verloren. Den Ehrenpunkt erkämpfte sich Peter Wöllert.

Erfreulich ist, dass von der ersten Verbandsrunde alle Spielbogen mit Mannschaftsaufstellung und Ergebnis erhalten sind. Zum Rundenschluß belegte die Mannschaft einen erfreulichen 4. Platz unter 10 übrig gebliebenen Mannschaften.

Im Folgejahr konnten bereits zwei Mannschaften gemeldet werden. Tischtennis, in der Halle gespielt, war für Schönwettersportler bestens geeignet. Man machte sich nicht schmutzig, hatte wenig Verletzungsrisiko und war auf Mitspieler nicht angewiesen. Der Siegeszug der Tischtennissparte nahm seinen Lauf, wie wir an der Entwicklung der Mannschaftszahl sehen werden.

Auch hier ist es nicht angebracht, alle Ergebnisse bzw. Plazierungen der Mannschaften aufzuführen. Ich möchte mich deshalb auf herausragende Ereignisse beschränken und bitte dafür um Ihr Verständnis. Bereits in der zweiten Saison erreichte unsere I. Mannschaft den Aufstieg in die A-Klasse, (26:2 Punkte) es war aber doch etwas zu früh für die junge Sparte. Im gleichen Spieljahr hatte sie wieder den Gang in das unterste Feld zu gehen.

Im Juni 1961 fand im Saalbau eine Tischtenniswerbeveranstaltung statt. Gegen die Sportfreunde aus Wolfskehlen, die auch in der A-Klasse spielten, standen den Gästen spannende Kämpfe bevor.

Die Jugendarbeit begann in der Sparte im Sommer 1963. Verstärkt sprachen die aktiven Tischtennisspieler Jugendliche und Kinder an und ermunterten diese, im Saalbau zum Training zu kommen. Platten und Schläger sowie Tischtennisbälle stellte der Verein.

Zu einer Jugendmannschaft reichte es leider noch nicht, doch die Arbeit hatte sich gelohnt. Unangefochten an der Spitze stand die Mannschaft im Spieljahr 1965/66. Der Aufstieg beflügelte die Damen und Mädchen, welche sich ab und zu zum Training einfanden. Aber zuerst feierten alle Mannschaften kräftig und intensiv den Erfolg der ersten Mannschaft. Nach einer Fahrt ins Blaue fand man sich im Saalbau zum zünftigen Festschmauß ein. Die Sparte erhielt als Belohnung vom Verein eine neue Tischtennisplatte.

So konnte in der Spielrunde 1965/66 die Anzahl der gemeldeten Mannschaften verdoppelt werden. Die neu gemeldete Damenmannschaft spielte leider sehr glücklos und verlor fast alle Spiele

Eine Rekordbeteiligung mit 94 Schülerinnen und Schülern gab es bei den vom GSV erstmals ausgerichteten Kreismeisterschaften im Saalbau. Die eigenen Spieler schnitten wie folgt ab:

C Klasse Doppel 3. Platz für Franz Langer/Wölke
B Klasse Einzel 3. Platz für Willi Schacker
B Klasse Doppel 3. Platz Stetter/Romig

Der Kreisverband wußte, was er an den guten Organisatoren in Gundernhausen hatte. In den Folgejahren richtete der GSV noch sehr viele Überregionale Meisterschaften aus.

Im ersten Jahr ihres Bestehens schlugen sich die Jugendmannschaften erfolgreich durch die Rundenspiele. Eine errang den 1. Platz im Spieljahr 1966/67. Bei den Mädchen spielten unter anderem: Angela Rapp, Ellen Rapp. Gerda Rapp, Elfi Kaiser, Hella Bickert, Christel Meisinger und Helga Appel. Aus dieser Mannschaft konnte Christel Meisinger und Ellen Rapp im November 1967 den 2. Kreismeister im Doppel erkämpfen. Die Spiele fanden in Ober Roden statt. Auch die erste Mannschaft steigerte sich während der laufenden Verbandsrunde enorm und spielte sich an den 1. Tabellenplatz der A- Klasse heran. Zum entscheidenden Spiel um die Hersbstmeisterschaft kam es dann am 9. November 1967 gegen Groß Zimmern. Der bisher ungeschlagene Tabellenführer aus dem Nachbardorf konnte sich vor einer großen Zuschauerkulisse, viele aus Groß Zimmern, zum Schluss mit 9:6 durchsetzten und damit an der Tabellenspitze festigen.

In der Rückrunde konnte die Mannschaft nicht an ihre Leistungen anknüpfen und belegte den 4. Platz in der Tabelle. Durch eine Umstrukturierung des Tischtennisbezirkes Darmstadt wurden neue Klasseneinteilungen vorgenommen. Dadurch konnte unsere Mannschaft dank ihres 5. Tabellenplatztes in die Bezirksklasse Ost aufsteigen.

Wie erfolgreich und stark unser Erstmannschaftsteam spielte, zeigt das Ergebnis des 5. Reinheimer Tischtennisturnieres im Sommer 1968. Unter 26 Teilnehmern aus acht Vereinen belegte Franz Langer, Udo Herth und Erich Steinberger die ersten drei Plätze. Im Doppel unterlagen Langer/Herth erst im Endspiel der Mannschaft aus Ober Roden. In der Bezirksklasse konnte sich die Mannschaft gut behaupten und belegte zum Rundenabschluß 1968/69 einen Mittelplatz.

Im Jahre 1969 begann die Abteilung, ihren Ausflug im Rahmen einer „Orientierungsfahrt“ lustig und abwechslungsreich zu gestalten. Dabei wird jedem Teilnehmer am Start ein Fragebogen mit verschlüsselten Zielangaben überreicht. An verschiedenen Kontrollpunkten, die zu erraten und zu suchen sind, warten Geschicklichkeitsspiele auf die Fahrzeuginsassen des jeweiligen PKW. Wer zum Schluß die meisten Punkte erreicht, bekommt als Tagessieger einen wertvollen Sachpreis.

Doch großes Ungemach kam auf unsere Mannschaften zu. Im April 1970 schloss der Saalbau Kipp seine Pforte für den GSV. Die Tischtennisspieler mussten sich nach einer neuen Bleibe umsehen. Auch bei Ihnen blieben nur auswärtigen Räumlichkeiten bei befreundeten Vereinen und die ehemalige Gemeindeverwaltung in der alten Schule. Hier war das Training nur sehr eingeschränkt durchzuführen da die Zimmer sehr klein waren. Von den ursprünglich 25 Jugendlichen, die regelmäßig zum Training kamen, konnten durch die engen Platzverhältnisse gerade mal zwei weiter zum Training kommen.

Das 25jährige Jubiläum des GSV, welches im Sommer 1970 gefeiert wurde, stand ganz im Zeichen des Fußballs. Der neue Sportplatz wurde eingeweiht und im großen Festzelt schwungvoll gefeiert. Tischtennisspiele fanden zu den Jubiläumsveranstaltungen nicht statt. Um so mehr jubelten die Tischtenniscracks im August 1970. Die Gemeindevertreter beschlossen, den zweiten Bauabschnitt des Gemeindezentrums zu verwirklichen. Eine Mehrzweckhalle sollte im Ortskern entstehen.

Am Wochenende vom 9. bis 11. Juli 1971 war es dann soweit. Mit der Einweihung der Mehrzweckhalle begann der Höhenflug des Gundernhäuser Tischtennissports. Die Gemeindvertreter hatten in der Halle besonders beim Fußboden nicht gespart und einen für Tischtennisspiele idealen Untergrund ausgewählt. Schwingboden mit natürlichem Parkett als Oberschicht federt leicht, ist rutschfest und blendet nicht. Eine Freude, in der Halle zu spielen. Dies gab den Gundernhäusern einen Motivationsschub, der sich besonders in der Anzahl der gemeldeten Mannschaften bemerkbar machte.

Die Sparte profitierte natürlich auch am Wandel der Gesellschaft. Nicht mehr das Quälen im Mannschaftssport, sondern das schöne Spiel, das keiner Vorbereitung bedarf, das wenig Arbeit macht und möglichst im Trockenen und Warmen gespielt werden kann, wurde populär. Die schönen Umkleidekabinen und die im gleichen Gebäude untergebrachte Gastwirtschaft boten viel Komfort.

Blickt man in den Belegungsplan der Halle, konnte man die Vorherrschaft des Tischtennis sofort erkennen. An vier Wochentagen wurden sieben Termine für Tischtennistraining und Verbandsspiele belegt.

Mit einer Tischtenniswerbewoche vom 18. bis 25 Juli 1971 starte man eine Offensive. Drei Freundschaftsspiele wurden in das Programm eingebaut. Neugierde weckten die Anhänger des Tischtennissportes bei vielen Ortsbürgern und freuten sich über die gelungene Veranstaltung.

Beim ersten Bezirksoffenen Tischtennisturnier in Gundernhausen vom 19. bis 20. August 1972 konnte Spartenleiter Helmut Bregger fast 100 aktive Spieler aus dem Bezirk Darmstadt begrüßen. In der schönen hellen Halle fanden spannende Begegnungen statt Das Turnier war für die Sparte sowohl sportlich als auch organisatorisch ein großer Erfolg. Vom Gastgebenden Verein standen in den Siegerlisten:

3. Platz Jugend Klasse A Doppel Stetter/Schüler
3. Platz Jugend Klasse B Helmut Rössel
3. Platz Weibl. Jugend Doppel Mikat/Franke Fröhlich/Korb
2. Platz Schüler Klasse B Oliver Langer
3. Platz Schüler Klasse B Manfred Kiffe
1. Platz Schüler, Klasse B, Doppel Groß/Langer (Niedernh./Gundernh.)
2. Platz Schüler, Klasse B, Doppel Faig/Fröhlich (Groß-Zimm./Gundernh.)
3. Platz Schüler, Klasse B, Doppel Oehme/Kiffe

In der Spielrunde 1972/73 gab es keine herausragenden Ergebnisse. zu erwähnen ist der Aufstieg der zweiten Mannschaft von der C-Klasse in die B-Klasse. Beim zweiten Bezirksoffenen Tischtennisturnier im August 1974 tummelten sich bereits über 130 aktive Spielerinnen und Spieler an den Gundernhäuser Platten in der Mehrzweckhalle.

Bei den Kreispokalspielen der A-Klasse Dieburg erreichte das Team mit Franz Langer, Peter Wöllert und Willi Schacker erstmals für den GSV das Endspiel, konnte sich dort aber nicht durchsetzen. Der zweite Platz bedeutete einen bis dahin nicht erzielten Erfolg für die Sparte. Mit der Ausrichtung eines Preisskates am Karfreitag des Jahres 1975 startete die Tischtennissparte eine Finanzoffensive zur Aufbesserung ihrer Kasse. Mit wechselndem Erfolg und zwischenzeitlichen Pausen findet die Veranstaltung heute noch statt.

Das Spieljahr 1975/76 begann für die erste Mannschaft verheißungsvoll. 14 mal spielte sie in Serie einen Sieg heraus, bevor die Mannschaft ihren ersten Gegner fand, der ihr überlegen war. Leider konnte die Form nicht stabilisiert werden, so daß es zu keinem Aufstieg zur nächst höheren Klasse kam.

Den ersten Jugendkreismeister Titel holten sich die Spieler Robert Bächle, Oliver Langer, Uwe Oehme, Michael Mahla und Ralph Schumann im März 1977. Mit einem sicheren 7:3 Sieg im letzten Spiel gegen den TV Münster konnte sich unser Nachwuchs durchsetzten.

Recht erfreulich entwickelten sich alle Mannschaften in der Saison 1978/79. „Alle Tischtennismannschaften siegten“ oder „Siege im Tischtennis“ konnte man in der Presse lesen, es ging aufwärts. Alle jetzt fünf gemeldeten Mannschaften entwickelten sich dank der guten Betreuung hervorragend und spielten jeweils vorne mit. Zum Ende der Saison berichtete der Spartenleiter Peter Wöllert stolz den Vereinsmitgliedern während der Generalversammlung:

„Auf Grund der erreichten Ergebnisse aller Mannschaften zusammen war dies das erfolgreichste Jahr der Sparte seit ihrem Bestehen. Oliver Langer, Michael Mahla, Uwe Oehme und Ralph Schumann wurden ungeschlagen Meister der Leistungsklasse A. Bei den Kreispokalspielen konnte diese Mannschaft einen sehr guten zweiten Platz belegen. Die drei Herrenmannschaften belegten in ihren Klassen jeweils den dritten Platz. Die Dritte Mannschaft schaffte auf Anhieb das Kunststück, in die nächsthöhere Klasse aufzusteigen….“

Einen großen Anteil am positiven Ergebnis der Jugend- und Schülermannschaften hatte und hat Heinz Breitwieser, welcher sich seit 1978 intensiv mit den Jugendlichen befaßte und im Training seine Erfahrung weitergab. Er ist übrigens heute noch Jugendtrainer und übt das nicht so leichte Ehrenamt seit dieser Zeit ununterbrochen aus.

Der Erfolg des Vergangenen Jahres setzte auch 1979/80 sich fort. Die erste Mannschaft konnte wieder in die Bezirksklasse aufsteigen und der Kreispokal konnte für ein Jahr nach Gundernhausen geholt werden. Zur Aufrechterhaltung des Gundernhäuser Brauchtums trug die Sparte im Jahre 1981 etwas bei. Sie beteiligte sich mit einem Motivwagen am Kerbumzug.

Die sportlichen Erfolge hielten auch in der Saison 1981/82 an. Die Jugend stand schon einige Spiele vor dem Saisonabschluß als Sieger fest. Ohne Niederlage führte Trainer Heinz Breitwieser Ralph Becker, Jörg Becker und Uli Breitwieser zu Titelehren. Auch die Zweite Mannschaft kämpfte stark und holte sich den Kreismeistertitel in der D-Klasse.

Bei der Einweihung des Sportzentrums am 8.8.1981 im O.T. Roßdorf nahm die Tischtennissparte mit einer Abordnung teil.

Vereinsmeister der Jugendlichen wurden im Dezember 1981 ermittelt. Uli Breitwieser hatte bei den Jungen und Sabine Langer bei den Mädchen zum Schluß die Nase vorn. Bei den Schülern gewann kurz darauf Harald Schütz den begehrten Titel.

„Obernarr Charly“ so stand im Roßdörfer Anzeiger vom 18.2.1982, moderierte einen gelungenen Kappenabend mit Büttenreden im Sportheim. Die Abteilungsinterne Veranstaltung fand viel Gefallen bei den Anwesenden.

Den bitteren Gang in die Kreisklassen mußte die erste Mannschaft des GSV nach Ende der Saison 1982/83 gehen.

Werbung für den erneuten Aufbau einer Damenmannschaft führe die Sparte ab Frühjahr 1984 durch. Die so erfolgreichen Mädchen waren nach und nach abgewandert und betätigten sich anderweitig.

Beim dritten Fußballturnier für Ortsmannschaften der Volksbank Groß Zimmern beteiligte sich eine Mannschaft der Sparte im November 1984. Sie erreichte prompt den Gruppensieg und hatte sich im Endspiel mit einem 1:1 gegen den Tischfußballverein die Chance auf den Pokalgewinn gewahrt. Das Reglement sah bei Torgleichheit Sechsmeterschießen vor, das die GSV‘ ler für sich entschieden.

Im Sommer 1985 feierte der GSV gleich drei Jubiläen. 40 Jahre GSV Gundernhausen, 25 Jahre Tischtennis im GSV und 10 Jahre Prellball im GSV fielen zusammen. Am Sportgelände errichteten die Vereinsmitglieder ein 2000 Personen fassendes Zelt, in dem 4 Tage lang gefeiert wurde. Samstags um 15.00 Uhr kamen die Tischtennisfans auf ihre Kosten. Ein „Oldtimer Vergleichskampf mit einer Auswahl des Kreises Dieburg“ wurde durchgeführt. Es war für die Akteure etwas ungewohnt, in einem Festzelt zu spielen.

Zu der Veranstaltung hatte Peter Wöllert auch viele von Gundernhausen weggezogene ehemaligen aktiven Spieler eingeladen. Diese freuten sich besonders auf ein wiedersehen mit den alten Kameraden und hatten beim anschließenden gemütlichen Beisammensein viel zu erzählen.

Während des Festkommerses zeichnete der Vorsitzende des Tischtenniskreises Manfred Bär Peter Wöllert, sowie die Meistermannschaften der vergangenen Jahre aus.

Ende des Jahrs 1985 machte eine Tischtennismannschaft mit Interessanten Presseartikeln auf sich aufmerksam. „Die Dritt“ wie sie später heraushebend titulierte ,legte schonungslos Mannschaftsinterna offen und berichtete in leicht ironischer Art über das Spielgeschehen. Auch die Vor- und Nachbereitungen der Spiele schloß man in die kurzweiligen, pfiffigen Artikel mit ein. Über mehrere Jahre zog sich die Veröffentlichung der Ergebnisse in dieser Form hin. Schade, daß solche Berichterstattungen so selten zu lesen sind.

In der Saison 1986/87 gab es wieder einen Aufwärtstrend zu verzeichnen. Mit einer Damenmannschaft und einer Schülerinnenmannschaft machte das weibliche Geschlecht sich wieder stärker bemerkbar.

Den Tränen Nahe waren die Spieler der Sparte im Dezember 1986, als die Bürgerhaushalle ein Raub der Flammen wurde. Die gerade im Aufwind befindliche Abteilung mit ihren vielen Jugendlichen hatte keine Trainings- und Spielmöglichkeit mehr. Der Vorstand des GSV wurde vor schier unlösbare Probleme gestellt. Die Mannschaften konnten und sollten von der Verbandsrunde nicht zurückgezogen und die vereinbarte überregionale Veranstaltung mußte durchgeführt werden. Was war zu tun. Im Krisenstab des GSV gab es Sondersitzungen, Räumlichkeiten wurden gesucht.

Als erstes mußte das Sportheim des GSV herhalten. Mit einer Sondergenehmigung des Verbandes durften dort in den beengten Räumlichkeiten Verbandsspiele ausgetragen werden. Um die Verletzungsgefahr etwas zu mildern, wurde das Sportheim mit Teppichboden ausgelegt.

Mit den Gremien der Gemeinde und dem Vorstand der SKG Roßdorf, sowie den dortigen Tischtennisspielern gab es mehrere Sitzungen. In Roßdorf gab es kein Nein, die alte Turnhalle diente als Ausweichquartier für die Spiele der Aktiven. Die Sportfreunde der SKG verzichteten auf so manche Hallenzeit, um den Gundernhäusern die Spielmöglichkeit zu erhalten.

Als Dritte Aktion verlegte man, so der Gegner dies zuließ, viele Heimspiele zurück zum Gegner und spielte halt zweimal Auswärts. Beeinträchtigt wurde aber trotzdem die Jugendarbeit, denn die vielen Kinder konnte man nicht alle transportieren und auch noch zum Training auswärts fahren. Bei so manchem Verantwortlichen lagen die Nerven blank, wenn es wieder einmal etwas zu improvisieren gab und der vorgeschlagene Weg nicht klappte. Eine sehr schwere Zeit, die der GSV mit seinen Mitgliedern damals durchmachte.

Die im Januar in der Bürgerhaushalle angesetzten Bezirkspokalspiel konnten Dank dem Entgegenkommen der Vereine aus dem O.T. Roßdorf in die Rehberghalle verlegt werden. Der erhöhte Arbeitsaufwand konnte durch aufopfernden Arbeit der Spartenmitglieder ohne Komplikationen bewältigt werden.

Trotz der widrigen Umstände gelang es der Schülerinnenmannschaft in der Spielrunde 1986/87 den Meistertitel zu holen. An der Platte standen Tanja Hottes, Tina Kipp, Andrea Gullery, Anja Hanstein und Sandra Semmel.

Sein interessantestes Tischtennisspiel erlebte das Sportheim des GSV am Dienstag, den 28. April 1987. Im Spitzenspiel der A-Klasse konnte unsere Mannschaft bei einem Sieg gegen Niedernhausen den Aufstieg in die Bezirksklasse erreichen. Mit nur einem Satz wurde das gesteckte Ziel im engen Sportheim leider nicht erreicht.

Umfangreiche organisatorische Änderungen beschloß der Tischtenniskreis im Sommer 1987. Die Bezeichnung der Klassen und das Spielsystem, sowie die Punkterechnung wurde neu festgelegt. Die A- Klasse hieß dann Kreisliga, die untergeordneten B, C, D, … Klassen nannte man 1. 2. oder 3. Kreisklasse.

Die Saison 1987/88 entwickelte sich wieder zu einem enormen Erfolgserlebnis für die Spartenführung. Ein Rekord, 14 Mannschaften konnten zu den Rundenspielen gemeldet werden. 5 Herren, 1 Damen und 8 Jugendmannschaften kämpften an den Platten um Punkte. Eine Jugendmannschaft schaffte es sogar, in einer höheren Spielklasse als die 1. Mannschaft zu spielen. Bei den Bezirks-Einzelmeisterschaften in Raunheim kam Jan Schultz als A-Schüler nicht über die Qualifikationsrunde hinaus. Trotzdem ein schöner Erfolg, denn noch nie zuvor hatte ein GSV Schüler für eine solche Meisterschaft qualifizieren können.

Am 19.8.1988 fuhr eine Gruppe aktiver Jugendlicher zur Kinderolympiade nach Düsseldorf. Dort kämpften etwa 1400 Kinder um den Siegerpokal. Die dreitägige Reise, übernachtet wurde in einer Jugendherberge, war ein tolles Erlebnis.

Am 28.8.1988 war es dann soweit. Ein Aufatmen ging durch die Reihen der Tischtennisspieler. Die Bürgerhaushalle wurde nach umfangreichen Renovierungs- und Aufbauarbeiten wieder eröffnet. Jetzt hatte das improvisieren ein Ende. Ein geordneter Spiel- und Übungsbetrieb stand bevor. Ob es sich auf die Leistung der Spieler auswirkte, werden wir sehen. Unter den beengten Verhältnissen wurde die erste Mannschaft Kreispokalsieger, die zweite Schülerinnenmannschaft Kreismeister, Stefan Gareis Kreismeister der Schüler und ein Vizekreismeistertitel konnte errungen werden.

Mit 15 Mannschaften startete man in der neuen Halle in die Saison 1988/89. Über 100 aktive Spielerinnen und Spieler kämpften um Punkte, Pokale und Ranglistenplätze. Beim Spektakel „der GSV stellt sich vor“ setzten sich die aktiven Sparten des GSV in Szene und zeigten der Bevölkerung ihr sportliches Angebot. Die hervorragend von Horst Mahla organisierte Veranstaltung hatte auch im Tischtennissport einige Leckerbissen zu bieten.

Im Januar 1989 wurden in Arheilgen die Bezirks- Jahrgangsmeister ermittelt. Andreas Faust konnte sich für die Hessischen Meisterschaften qualifizieren und erreichte damit den bisher höchsten erreichbaren Erfolg im GSV Tischtennis. Noch besser kam es im Doppel. Sabine Kaune und Andreas Faust ließen ihren Gegnern keine Chance und gewannen alle Spiele mit zwei Sätzen. Sie wurden ungeschlagen Bezirksmeister und nahmen auch im Doppel an den Hessenmeisterschaften teil.

Die erste Jugend erfreute ihren Trainer Uli Breitwieser ganz besonders. Sie wurde, und das gab es noch nie in Gundernhausen, Meister der Bezirksliga. Lars Tönsmann, Stephan Semmel, Frank Schanz und Jan Schultz schafften das schier unmögliche.

Eine sehr erfolgreiche Bilanz der Saison 1988/89 konnte die Tischtennisfamilie im Jubiläumsjahr vorweisen. Vier Mannschaftsmeister, Zwei Mannschaften stiegen auf, und Andreas Faust wurde fünfter bei den Hessenmeisterschaften.

Das 30jährige Jubiläum feierte die Sparte Tischtennis im Juni 1989 in der Bürgerhaushalle. Freundschaftsspiele, jede Mannschaft lud einen Gegner nach Wahl ein, standen nachmittags auf dem Programm. Abends gab es im Sportheim eine Feierstunde mit Tanz.

Plopp machte es am 26. September 1989 und eine Tischtenniszeitung flatterte den GSV Spielern ins Haus. Ein langgehegter Wunsch der Spieler des Kreises ging in Erfüllung. Eine Zeitung, nur mit Tischtennis, und, was besonders wichtig war, alle Mannschaften der Vereine, von den Schülern bis zu den obersten Klassen wurden in der Zeitung aufgeführt. Ein schwieriges Unterfangen für den Initiator des ganzen, Norbert Freudenberger aus Ober Ramstadt. Erst einmal an die vielen Ergebnisse herankommen, diese Sortieren und die vielen Tabellen zu Pflegen, das war fleißarbeit.

Das Blatt erschien anfangs 14 tätig im Format DIN A 5, wechselte dieses dann mehrmals, ehe es sich jetzt in der Größe DIN A 4 etablierte. Inzwischen ist alles EDV mäßig aufbereitet, mit mail box und Datenaustausch per Modem läßt sich vieles besser bewältigen als in den Anfangsjahren. Erfreulich ist, daß sich die Zeitung durchgesetzt hat, jetzt auch überregional erscheint und offizielles Presseorgan des Kreises, des Bezirkes und des HTTV ist.

Die Banken und Sparkassen finanzierten und sponserten im Jahre 1990 die „mini“ Meisterschaften. Der GSV beteiligte sich an den überregionalen Ausscheidungen und führte Wettkämpfe in der Bürgerhaushalle aus. Die ersten Titel holte sich Tobias Rott und Christina Münkler bei den Mädchen.

Mit einem Titel kehrte der Tischtennisnachwuchs von den Hessischen Meisterschaften in Groß Lüdern bei Fulda zurück. Bei den C-Schülern konnte Andreas Faust mit Christoph Schröder aus Ober Roden den Hessenmeistertitel im Doppel erringen. Die bisher höchste Auszeichnung für einen Gundernhäuser Tischtennisspieler.

Am 24.5.1990 fanden in Aßlar die Hessischen Jahrgangsmeisterschaften statt, bei denen Andreas Faust einen Vizemeistertitel im Einzel holte und so an seine Leistung im Doppel anknüpfte.

Die seit Jahren durchgeführte Auto Ralley fiel im September 1990 aus. Dafür fand eine Fußgängerralley durch Roßdorf und Gundernhausen statt, die am Grillplatz des GSV endete und mit einer Party ihren Abschluß fand.

Weiter auf Erfolgskurs schmetterten die Jugendmannschaften. So konnte die weibliche Schülermannschaft in der Kreisklasse 2 den Meistertitel erringen. An der Platte standen Nadja Horneff, Silke Göttmann, Elena Klump, und Martina Schönig. Die in der 2. Verbandsliga spielende Jugend (Stefan Semmel, Stefan Gareis, Jan Schultz, Frank Schantz und Betreuer Wolfgang Bärtl) konnte mit einem beachtlichen 4. Platz die Rundenwettkämpfe in dieser bisher höchsten, erreichten Spielklasse abschließen.

Am 3.8.1991 heiratete Spartenleiter Uli Breitwieser in der Gundernhäuser Kirche. Seine Jugendlichen, an deren sportlichem Erfolg er wesentlichen Anteil hat, standen mit bunten Fähnchen und Schleifchen winkend, vor der Kirche Spalier und gratulierten recht herzlich zum Bund fürs Leben. An der bereitstehenden Tischtennisplatte spielte er das Hochzeitsmatch.

Bei der Kinderolympiade in Düsseldorf, die ja regelmäßig besucht wird, konnte Christoph Faust im jüngsten Jahrgang den ausgeschriebenen Nordrhein-Westfalen-Cup gewinnen. In seiner Altersklasse waren 63 Spieler an den Start gegangen.

Die doch so erfolgreichen Tischtenniscracks suchten verstärkt Wege zu mehr Öffentlichkeit und um Publikum in die Bürgerhaushalle zu bekommen. Die Spiele sind sehr interessant, schnell und spannend. Das Zuschauerinteresse ist dagegen mäßig bis schlecht. An mehreren, in Gundernhausen aufgehängten Werbetafeln zeigte ab Sommer 1991 die Sparte mit bunten Plakaten die nächsten Spitzenbegegnungen an. Etwas genutzt hat der Aufwand schon, es findet sich der eine oder andere Zuschauer ein, doch eine richtige Fangemeinde hat sich noch nicht gebildet.

Fünf mal Platz eins vermeldeten die Betreuer der Jugendmannschaften, als sie von den Kreismeisterschaften im Oktober 1991 aus Spachbrücken zurückkehrten.

Zu einem Jedermannskegeln lud die Sparte am 14.3.1992 in die Kegelbahn des Bürgerhauses. 25 Wurf in die Vollen und 25 Wurf zum Abräumen hatte jeder Teilnehmer gegen eine Startgebühr von DM 5,00. Der Reinerlös der Veranstaltung wurde der BIAB, einer Behinderteneinrichtung im O.T. Roßdorf gespendet. Der Wettbewerb wird seither jährlich ausgeschrieben und erfreut sich großer Beliebtheit. Beim ersten Turnier warfen Mechthilde Barthel bei den Damen und Walter Röder bei den Herren die meisten Kegel um.

Mit neuen Trikots ausgestattet wurden im Dezember alle Jugendmannschaften. Die Gebäudereinigungsfirma Walter Horneff hatte die Laibchen spendiert.

Im Januar 1993 startete man erneut eine Werbeaktion, um noch mehr Aktive für den Tischtennissport zu gewinnen. Der Schwerpunkt wurde dabei auf ehemalige Spielerinnen und Spieler gelegt, die in den letzten Jahren dem Sport den Rücken gekehrt hatten. Sonntags morgens, von 10.00 bis 12.00 Uhr konnte in der Halle „gekleppert“ werden. Der Aufwand, in alten Unterlagen nach den Namen der Aktiven ausschau zu halten, hatte sich gelohnt. So mancher kam aus der Versenkung hervor und gewann wieder Spaß am Sport.

Bei der Tischtennis Kinderolympiade in Düsseldorf traf die GSV Jugend in der Jugendherberge Sportfreunde vom TTC Schuckenbaum bei Bielefeld. Am 19. Mai nahmen 16 Sportlerinnen und Sportler dort an einem Turnier teil, um die geschlossene Freundschaft mehr auszubauen. (Am 20. Mai 1995 wird dieser Verein zur Tischtennis- Jubiläumsveranstaltung nach Gundernhausen kommen. Die Verantwortlichen versprechen sich einen dauerhaften Sportaustausch mit dem dortigen Verein.)

Das Jahr 1994 stand im Zeichen der vom Verband beschlossenen Verwaltungs- und Gebietsreform. Der Tischtenniskreis Dieburg, Im Juni 1956 gegründet, wird aufgelöst und zum Kreis Darmstadt/Dieburg geschlagen. In einer Sonderausgabe des Tischtennismagazins „PLOPP“ ist ausführlich die Gebietsreform erläutert, mit der auch die Gruppenzuteilungen geändert werden. Dies wird zur Folge haben, daß unsere Spieler gegen Andere als die gewohnten Gegner zu kämpfen haben. Eine neue Standortbestimmung des Gundernhäuser Tischtennis steht an.

Beim Kellerwegfest in Guntersblum, welches im August 1994 besucht wurde, war die Reform natürlich ein herausragendes Thema, obwohl man ja eigentlich zum Vergnügen und zur Unterhaltung angereist war.

Die konstituierende Sitzung des neuen Tischtenniskreises Darmstadt/Dieburg fand am 28.10.1994 in Gundernhausen statt. Ausrichter war die Sparte Tischtennis des GSV. Sportlich tat sich nichts weltbewegendes im zu Ende gehenden Jahr 1994. Die letzten Ergebnisse des Altkreises Dieburg werden einen nostalgischen Tatsch bekommen und so manches Seufzern an die gute alte Zeit auslösen. Gleichstand ist Rückschritt besagt ein altes Sprichwort, womit sich der Kreis zu unserem Anfang des Kapitels Tischtennis in Gundernhausen schließt.

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei Willi Horneff für die Überlassung des Textes zur Veröffentlichung auf unserer Homepage.

 

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